Was sind die grundlegenden Verantwortlichkeiten von Lieferant und Betreiber in einem Reinigungsprozess?
Insbesondere beim Baugruppenreinigungsprozess besteht der Gesamtprozess aus sechs wesentlichen Teilbereichen, die korrelierend voneinander abhängig sind:
1. Anlagen: Reinigungsanlage, d. h. Hardware inkl. Software/Automatisierung
2. Chemie: Reiniger ggf. Additiv(e) = OTC (nach Deklaration) oder ermittelt durch Test
3. Temperatur: Prozessparameter – Prozesstemperatur bedingt durch Aufgabenstellung und/oder Chemieanforderung
4. Zeit: Prozessparameter – Prozessdauer bedingt durch Zielerreichungsvorgabe
5. Software: Prozessgestaltung – Steuerung aller Prozesselemente und -stufen
6. Reinigungsgut des Betreibers/Anwenders: Leiterplattendesign/Baugruppen/Bauteile – Material-/Prozessverträglichkeit der zu reinigenden Bauteile/Baugruppen klären/sicherstellen/testen und freigeben.
Definition und Abgrenzung der Zuständigkeiten
Lieferant von Reinigungsanlagen (kolb/kolb Vertriebspartner)
1. Anlage: Reinigungsanlage – Reinigungsanlage, d.h. Hardware inkl. Automatisierung/Software
• kolb Reinigungsanlage
• kolb Abwasseraufbereitung z. B. WPSD-IU Modul sowie dessen Prozessfunktion nach kolb Patent sowie Prozessfolgeschritten
• Empfehlungen/Vorgaben bezüglich prozessrelevanter Betriebsstoffe und -materialien z. B. freigegebene Reinigertypen für die Reinigungs-/Abwasserprozesse
Chemielieferant (kolb/kolb Vertriebspartner, Dritte)
2. Chemie: Reinigungschemie – inkl. Vorgaben bzw. Prozessempfehlungen
• Reinigungsmedium, dessen Analyse, Informationen zur Standzeit, Entsorgung, etc
• Vorgaben bzgl. Temperaturen, Filtern, Spülwasserqualitäten, sowie prozessrelevante Empfehlungen, etc.
• Abstimmung mit dem Reinigungssystemlieferanten bzgl. der Prozessvoraussetzungen, u. a. auch bzgl. der Verwendbarkeit in einer Abwasseraufbereitungseinheit, z. B. kolb WPSD-IU
Betreiber/Kunde (oder Dienstleistung von qualifizierten externen Verfahrenstechnikern)
3. Temperatur: Prozessparameter – Prozesstemperatur bedingt durch Aufgabenstellung und/oder Chemieanforderung
4. Zeit: Prozessparameter – Prozessdauer bedingt durch Zielerreichungsvorgabe
5. Software: Prozessgestaltung – Steuerung aller Prozesselemente/-stufen
Prozesshoheit und Zusammenführen der Teilbereiche 1 - 5
• Prozess einfahren
• Prozessanpassung/-optimierung sowie Verfahrenstechnik
• Beurteilung der Reinigungsfähigkeit/-spezifikationen des unter 6. aufgeführten Reinigungsgutes
Aufgaben
• Temperatur und Zeit werden als Prozessparameter in der Software (Teilbereich 5) mit den weiteren zur Zielerreichung notwendigen Parametern hinterlegt.
• Zielerreichungsvorgaben sind in erster Linie die gewünschte Qualität, sowie z. B. Taktzeiten, Betriebskosten etc. Die Prüfmethoden bzgl. Kontrolle der Qualitätsvorgeben sind dabei eindeutig zu definieren und aufzuzeigen.
• In der Software (Teilbereich 5) sind bei den Prozessparametern auch die Betriebsvoraussetzungen zu berücksichtigen wie z. B.: Energieversorgung, Abluft, Wasser-/DI-RO-
Wasserversorgung, Abwasser- Indirekteinleitgenehmigung, Wartung.
• Für einen reproduzierbaren reibungslosen und erfolgreichen Betrieb bedarf es in diesem Zusammenhang einer sorgfältigen Prozess- und Personalschulung.
6. Reinigungsgut des Betreibers/Anwenders: Leiterplattendesign/Baugruppen/Bauteile – Material-/Prozessverträglichkeit der zu reinigenden Bauteile/Baugruppen klären/sicherstellen/testen und freigeben.
Der Betreiber ist ergänzend verantwortlich für
• den ordnungsgemäßen Betrieb und die Wartung der Reinigungseinheit/des Gesamtprozesses.
• die Einhaltung der Arbeitsschutz- und Umweltauflagen.
• die Einhaltung der öffentlichen Vorschriften, etwaige Genehmigungen durch die Behörden.



